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Tierisch gut: Mr. Robinson und Ich

am 14.11.2018 von Yavuz Emirzeoglu

Mr Robinson auf dem Robinson Nobilis Golf Club in Belek

Neulich in Belek: Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, aber ich stand nach dem Motto "Der frühe Vogel fängt den Wurm" bereits auf dem Robinson Nobilis Golf Club. In der Türkei nutze ich gerne die sehr frühen Stunden, denn ab 8 Uhr wird es voll, wenn Golfurlauber aus aller Welt zu den schönen Plätzen strömen, die hier dicht beieinander liegen.

Gerade hatte ich den Putt am 6. Loch zum Bogey verschoben und trottete frustriert zum E-Cart zurück, als ich bemerkte, dass ich Gesellschaft bekommen hatte: Ein Kater hatte es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht und schaute meinem Spiel zu. Tierische Begegnungen auf dem Golfplatz sind keine Seltenheit: Übers Fairway huschende Kaninchen, grasende Rehen und Wasservögel, die sich trotz tieffliegender Bälle in Teichen entlang der Bahnen brüten, hat hierzulande wohl jeder schon gesehen. Auf manchen Plätzen in Florida gehören Alligatoren zum Alltag, auch beim Golfurlaub in Südafrika begegnet man bei einer Runde freilebende Tiere und in Australien hüpft schon mal ein Känguru über das Grün. Aber meist halten die freilebenden Tiere gehörigen Abstand zu den Menschen.

Dieser Kater war anders. Als ich zum nächsten Abschlag weiterfuhr, blieb mein neuer Begleiter entspannt im Cart liegen und ohne Worte vereinbarten wir, dass wir die Runde zusammen weiterspielen. In seiner Lässigkeit war der Stubentiger überaus amüsant, aber auch etwas einseitig, da er die meiste Zeit schwieg und ich die Unterhaltung voranbringen musste. Als Caddie also nicht wirklich geeignet, obwohl er sich auf dem Platz bestens auskannte und mir manchmal sogar den Weg zum nächsten Loch wies.

Am Ende einer erfolgreichen Runde trennten unsere Wege nach dem 18. Loch und ich fragte meinen Begleiter nach seinem Namen. Er antwortete mit ruhiger und souveräner Stimme: "Robinson. Nobilis Robinson." Erwartungsvoll schaute er mich aus den Augenwinkeln an. Nun war es an mir, meinen Namen preiszugeben. Ich wollte genauso lässig wirken wie Mr. Robinson und sagte: "Es war mir eine Ehre. Mein Name ist Bond. James Bond." Das war wohl die falsche Antwort, denn Mr. Robinson stand auf, würdigte mich keines Blickes mehr und schlenderte gemächlich zum Clubhaus.

Ich schaute ihm noch eine Weile hinterher, immer noch tief beeindruckt von dieser Begegnung der tierischen Art.

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